im marianengraben.

Über Pessimismus und Nörgelei

2008-10-01 12:20 von Philipp Blömeke (0 Kommentare)

Guten Mittag, liebe Welt.

Wer Texte von mir gelesen hat, der hat wohlmöglich eine gewisse - ich nenne sie mal: Negativität  bemerkt, die an den Worten klebt.
Ich nenne diese Sache Negativität, weil viele sie so nennen. Andere meinen einen Pessimisten in mir zu erkennen.
Hm.
Ich sage nein.
Merkmal von Dichtern, die ihre Sache ernst meinen, ist zum Beispiel das Entfliehen aus Maßstäben, die Außerkraftsetzung von Gegensätzen.
Es gibt für mich nicht gut und schlecht, nicht Plus oder Minus, ich denke nicht in solchen Maßstäben. Man nennt das auch "Jenseits von Gut und Böse". Diese Weltsicht ist ein logisches Resultat. So viele stammeln einem jeden Tag ihre Erwartungen ins Ohr, sagen, dies ist gut und das nicht. Da sich immer wieder gezeigt hat, dass andere aber nicht wirklich wissen, was gut und böse ist, wie ich selbst auch, entscheide ich mich dafür, diese Kriterien außer Acht zu lassen. Aus Definitionsschwierigkeiten. Gut und Böse sind Pole, die sich nicht festlegen lassen.
Ich gehe zum Beispiel nach Kriterien wie "angenehm" oder "unangenehm". Das lässt es zu, Dinge zu schreiben, die andere dann wie oben gesagt als negativ auffassen. Ist es aber nicht.
Ich schreibe, lese und LEBE mit einem lachenden, einem weinenden Auge und einem Mund, der lächeln, schreien, flüstern oder sprechen kann.
Das Leben ist kurios und des Merkens würdig. Ich reagiere darauf. Ich will nicht meckern oder rumjammern. Wer das denkt, der ist einer derer, die mich und einen Großteil anderer Lyriker völlig missverstanden haben. Ich glaube nicht wirklich an "Die Gesellschaft". Daher bin ich auch nicht "gesellschaftskritisch". Das engt doch viel zu sehr ein.
Ich will die Welt nicht verbessern. Oder? Ich weiß es nicht genau.
Ich will mich in die Landschaft sagen. Mehr nicht.
Niemand wird mir die Tatsache absprechen, dass es viel Mist gibt, aber auch viel Schönes.
Das Leben ist interessant. Darüber reflektiere ich.
Ich bin kein Pessimist. Ich bin manchmal einfach nur enttäuscht oder ähnliches.
Und nein, ich bin kein dunkler, brückensprunggefährdeter Berufskritiker, der hier und da sein Missfallen äußern muss. ich bin da. ich bin philipp.

Ihr könnt übrigens auch kommentieren, wenn ihr wollt und ich nicht in eine Leere schreibe.

philipp.

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